Orrr

you are my sunshine, my only sunshine

Es ist viel zu früh. Viel zu früh. Wenn ich jetzt aufstehe, dann hat der Tag ungefähr drei Stunden mehr als sonst. Drei Stunden mehr, die ich nicht sinnvoll füllen kann. Seit einigen Tagen bin ich wieder der Prokrastination verfallen, was, angesichts der bevorstehenden Klausuren, eher unglücklich ist. Und, anstatt Versuche zu starten, dem zu entkommen, lasse ich mich immer weiter in das Loch zerren, das bereits den Großteil meiner Lebens- und damit auch meine Lernenergie aufgesogen hat. Diese quälende Redundanz scheint also ein fester Bestandteil des Studentenlebens zu sein. Muss ich das jetzt so akzeptieren? – Wenn die Antwort „nein“ wäre, würde ich dann überhaupt was ändern? – Wem machen wir hier eigentlich was vor?

Deinetwegen hab‘ ich wenigstens immer was zu erzählen, du Psycho

The Pretty Reckless – Blame Me

Ich hatte mir fest vorgenommen in diesem Semester wieder all meine Kraft zu mobilisieren, ich wollte regelmäßig zu den Veranstaltungen gehen und zu Hause jeden bescheuerten Text, jede langweilige Vorlesungsfolie nacharbeiten, jedes Buch lesen. So far. Der Semesterstart erwirkte bei mir einen Nervenzusammenbruch, weil ich den Stundenplan nicht zusammengestellt bekam – für die meisten wohl lächerlich. Neben einigen Änderungen in Bezeichnungen von Veranstaltungen fand sich auf einmal eine neue Studienordnung und viele offene Fragen. Noch mehr Uni-Dinge. Kaum hatte sich diese Aufregung gelegt kam schon die nächste und wieder die nächste, sodass ich die letzten Tage den größten Teil der Zeit heulend auf dem Boden lag. Der Leser wird vermutlich nicht verstehen, wieso mich das so umhaut. Ich habe die Theorie, dass die meisten Menschen eine Art Filter im Gehirn haben, der die Dinge, über die es sinnlos ist oder es sich nicht lohnt sich aufzuregen, herausfiltert und gar nicht erst ins innere Therapiezentrum hereinlässt. Bei mir scheint dieser Filter nicht zu existieren und meine Psyche scheint eine extrem hohe Affinität zur Implosion zu haben. Eine Woche nach Semesterstart kam dann ein Anruf, auf den ich schon seit Monaten wartete, dass ich am vergangenen Montag kurzfristig auf die dbT-Station (dialektisch-behaviorale Therapie) aufgenommen werden könnte. Die Station war mir von meinem aktuellen Therapeuten empfohlen worden (sie befindet sich in einer anderen Klinik und es kostete mich damals wirklich Überwindung dort vorstellig zu werden). Und wieder Einbruch, in mir selbst. Täter auf der Flucht, konnte aber schnell vom Tatzeugen gefasst und handlungsunfähig gemacht werden. Da es mir derzeit „gut“ gehe und das Semester doch erst begonnen habe und der zu anfangs beschriebene Elan unerwartet ausgebrochen war, teilte ich dem Anrufer mit, dass eine stationäre Aufnahme in den Ferien besser wäre. Ach, du dummes Mädchen! – Heute dann noch einmal ein metaphorischer Schlag, direkt und unerwartet ins morgendliche Gesicht: Der Notwendigkeit psychologischer Betreuung bewusst, rief ich in „meiner“ Klinik an, um einen Termin bei „meinem“ für gut befundenen Therapeuten zu bekommen. Der ist weg. Seit zwei Monaten schon. Ja, der ist weg. Circle of Suffering.

Prokrastination: Sammelbegriff für folgende Aktivitäten: Ansehen von Katzenvideos auf Youtube; Fotografie von Essen

Courtney Love – Uncool

Es lassen sich unzählige Metaphern für das finden, was ich gerade durchlebe: Prokrastination, die zu einer schweren, wirren Wolke wird und sich immer enger auf mich herabsinken lässt, bis sie mich schließlich zerquetscht. Das Leben nervt, oder besser gesagt: Ich nerve.

txt

In meiner melodramatischen Art schaffe ich es zwar jedes mal wieder, meine Situation treffend poetisch zu umreißen – eine Lösung finde ich aber nie. Obwohl, eigentlich schon, ich führe nur nie die notwendigen Maßnahmen durch, die zu dieser führen könnten. Und warum nicht? Wenn ich ganz ehrlich bin – und das bin ich zu mir selber eigentlich nie – weil ich es nicht will. Ich will nicht, dass es besser oder anders wird, ich will keinen Befreiungsschlag, welcher dazu führen würde, dass ich mich GUT fühle. Die Wahrheit ist, ich genieße es zu leiden. Mir ist nicht zu helfen. Dies gab ich mir gegenüber auch schon diverse Male zu, aber dann kam immer ein neuer Punkt, an dem ich trotzdem nicht weiterkam. Also was nun? Was fange ich mit dieser traurigen Erkenntnis an? Prokrastination! – Wir klären das Morgen.

Missverständnisse

Kurzmitteilung

[18:00:59] anderermensch cats in the cradddddddle
[18:01:09] anderermenschborn with a silver spoon in his mouth
[18:02:04] snarf den txt hab ich ja nie gerafft
[18:02:10] anderermensch wieso
[18:02:15] anderermensch es geht um ein kind
[18:02:18] snarf wieso
[18:02:22] anderermensch dass in eine familie geboren wurde
[18:02:23] snarf sind die katzen in der wiege
[18:02:29] anderermensch und der vater
[18:02:35] anderermensch kümmerte sich nicht
[18:02:41] anderermensch und das kind war traurig
[18:02:48] anderermensch aber wurde später genau wie er
[18:02:55] anderermensch :O
[18:02:58] snarf voll saad
[18:02:58] anderermensch 😐
[18:03:00] anderermensch ja
[18:03:04] snarf dachte immer is ginge um katzen
[18:03:09] anderermensch ne nicht so

Wann hast du nochmal Geburtstag?

The Mustard Tubes – Stay Forever

Aus gegebenen Anlass. Facebook erinnert die Mitglieder an die Geburtstage der jeweils anderen. Dadurch entsteht unfreiwillig eine Problematik: Der Beglückwünschte weiß nie, ob der Gratulant ernsthaft an den Ehrentag gedacht hat oder lediglich durch eine Facebookerinnerung darauf aufmerksam wurde. Und wenn der potenzielle Gratulant die Gratulation verweigert, dann weiß der Geburtstagsmensch, dass dieses mit hoher Wahrscheinlichkeit in dem Wissen geschieht, dass es Geburtstag hat, also eine bewusste Ignoranz des Geburtstages. Demzufolge MUSS man ja gratulieren, damit man kein Ignorant ist und hält dem Beglückwünschten damit weiterhin in Zweifel, ob es einen überhaupt interessiert. Scherzeshalber kann man mal sein Geburtstagsdatum ändern. Dann weiß man Bescheid.

Semesterferien

Bring Me The Horizon – Chelsea Smile

Dieses nichts-zu-tun-haben, dieses keine-Verpflichtungen-haben führt zu Langeweile, die sich aufgrund des nichts-zu-tun-habens nicht bekämpfen lässt, dann Lustlosigkeit, chronische Unlust, die unausweichlich zu Depressionen führt und alles was du jetzt tun könntest, tun solltest, weil die nichts-zu-tun-Zeit bald abläuft, wirkt wie ein schwerer Betonklotz, der über dir schwebt und dich zu erschlagen droht, du bist zu schwach um wegzulaufen und zu schwach diesen Klotz irgendwie zu beseitigen. Hilflos. Und du kannst eigentlich nur zu sehen, wie dich dieser Betonklotz erschlägt, wie das Auto gegen die Wand rast, wie unter deiner Klausur ein ’nicht bestanden‘ erscheint… Und dieser Teufelskreis von vorne beginnt \o/.

Sowas passiert halt

Birdy – Skinny Love

[16:46:50] harv: hatte gestern den dööfsten tag
[16:46:57] harv: erst voll zu spät aufgestanden
[16:47:11] harv: dann in einem seminar meine umfrage gemacht
[16:47:17] harv: die dozentin zerreißt mein blatt
[16:47:19] harv: metaphorisch
[16:47:32] harv: dann bekam ich eine bibel geschenkt
[16:47:36] harv: von einem alten mann
[16:47:50] harv: dann hatte ich n tutorium wo die anderen kinder mich nich mitspielen ließen
[16:48:03] harv: dann hat meine dozentin meinen abstract gefickt
[16:48:07] harv: auch methaphorisch
[16:48:15] harv: dann hatte ich statistiktotorium
[16:48:23] harv: un hab fast geweint weil nix gerafft