Wortennachlaufen

Nine Inch Nails – Leaving Hope

Erinnerung.Ich finde die Worte nicht. Sie sind einzeln, zerlegt, wollen sich nicht bilden, nicht aneinanderreihen. Kein Satz in meinem Kopf. Sie fliegen, rasen, sausen, schwirren. Sie prallen aufeinander, voneinander ab. Ich kann sie nicht greifen, nicht halten. Verzweiflung. Mein Mund bewegt sich aber die Worte, sie kommen nicht raus. Panik. Die Hände gestikulieren, bewegen. Abwechselnd der eine, dann der andere Fuss. Gebärden. Sprache. Zeichen für Bitte. Nicht_gehen. Du sprichst meine Sprache nicht. Wütende Augen. Türknallen. Ich kann hören. Passiv. Stummes stehen. Stummes Dastehen. Dann fallen. Und schreien. Ein lauter Schrei mit all dem Buchstabensalat. Tränen. Ein Gedanke. Schreiben. Ich stehe auf. Handy. Meine Finger treffen die Buchstaben nicht, ich krieg die Worte nicht. Wut. Das Gerät fliegt gegen die Wand, Decke zieht über den Kopf. Ich kann nicht schreiben, nicht sprechen und weine wie ein Kleinkind. Ich will zu Mama.

Rotphase

Motörhead – I Don’t Believe A Word

Eine Zitrone. Zwischen Fahrradampel und Pfahl gequetscht. Ein gelber Pappbecher, zusammengedrückt. Die Realität ist einfallslos. Die Ampel springt auf grün und ich fahre weiter. Etwas, das nicht ist, wie es scheint. Menschen, die nicht sind, wer sie behaupten. Menschen, die immer lächeln, lügen. Ich hab dir geglaubt. Zuerst. Dann war ich war es nicht mehr wert, belogen zu werden. Pour my life into a paper cup.

Asche fliegt mir um den Kopf

April Rain – Come Back Quicker Please

Das wird nicht gut ausgehen, sagt Mensch. Hauptsache es geht aus. Es geht irgendwie irgendwann zu ende. Die Erfahrung, das, was man als Leben bezeichnet, sagt: es geht nie aus. Es geht nie zu Ende. Es macht nur Pausen.

Ich schieb n Film, der keiner ist

Jennifer Rostock – Schlaflos

Ich konnte einfach nicht aufhören zu weinen als ich da im Auto auf dem Beifahrersitz saß, vor meiner Tür und R mich fragte, ob er nun mitkommen solle, oder nach Hause fahren. Ich wusste es nicht. Es war einer der letzten wirklich warmen Augusttage und wir waren mit den Jungs grillen gewesen und C saß hinten auf der Rückbank und wartete geduldig still, bis R ihn nach Hause brachte. In diesem Moment fing die Geschichte an, es war der Moment in dem ich merkte, dass ich mich von einem Toten vom Leben abhalten lasse und trotzdem konnte ich nichts dagegen tun. Ich weiß nicht mehr, ob R dann noch zu mir kam später. Ich weiß nur noch diesen Moment, als ich da saß in sommerlichen Klamotten mit dieser blumigen Sonnenbrille und weinte. Ich würde gerne sagen, dass ich danach mein Leben glücklich gelebt habe, aber so ist es leider nicht. Ich bin alkoholkrank und vegetiere vor mich hin. Dumm gelaufen.