Leben imitiert Kunst

In Her Embrace – Maybe

Lena ließ den Kopf gegen die Wand sinken und rutschte an dieser auf den Boden, die Augen geschlossen, den Mund zu einem zufriedenen Lächeln verzogen. Die Drogen wirkten. Hinter den Hochhäusern die goldene Sonne, die das Szenario absurd romantisierte. Kat ließ sich daneben sinken während sie sich eine Zigarette anzündete. Der Arm ihrer Freundin lag unnatürlich verbogen auf deren angewinkelten Knie. Der blaue Dunst kringelte sich über ihnen, bevor er sich auflöste. Eine Weile starrte Kat ins Nichts. „Lena?“ Keine Antwort. Nur ein entspanntes Gesicht. „So fühlt sich Glück an, Kat“, murmelte sie. Nur wenige Minuten später wusste Kat es besser. Nein, so fühlt sich sterben an.

Stadt

Timothy Victor – This Is My City

an die grauen Blockaden,
die sich dem Himmel entgegenstrecken und
die Wege verschließen,
die ich nicht gehen darf,
an das große Raster,
in welchem ich schwebe,
wie ein Pingpongball,
hin- und her geworfen,
gegen harte, weiche, schwere,
an die Mauern,
zwischen denen ich stolpere,
falle und weine,
an das Ende meiner Welt,
ich bin da,
was ist jetzt?

Farben

Jesus On Extasy – Drowning

Ich kann meinen eigenen Erinnerungen nicht trauen. Ein Film mit fantastischen Bildern. Die Grenzen zwischen dem was in meinem Kopf ist, zwischen dem, was mein Hirn sich täglich neu zusammenmalt, und dem was außen ist, sind ein Fluß. Als ob ich zu schnell rannte und die Dinge in meiner Umgebung zu einem Farbmatsch verschmolzen. Ich stehe. Vertraue niemandem. Nicht mir selbst, erst Recht nicht mir selbst. Mein Hirn lügt mich an, meine Erinnerung lügt. Und ich kann nicht mal sagen, was konkret. Denn da ist nur ein Chaos. Die Bestandteile meines Hirnes, der Inhalt, die Zutatenliste, fehlt.