Ich küss‘ ja auch nicht mit offenen Augen

In Flames – Reroute To Remain

Jedes mal, wenn ich einen neuen Therapieversuch starte, kommt eher früher als später die Ansage, ich solle doch Tabletten nehmen. Irgendwie hab ich das immer eingesehen. In der Kombination „ich weiß nicht wie ich dir helfen soll“ kommt mir das aber mehr und mehr fragwürdig vor… Wieso muss man überhaupt eine Thera machen, wenn man letztendlich doch mit dem Zeug abgefüllt wird? Um ein verstaubtes Wort wieder hervor zu holen: Fachidioten :/.

Therapie reloaded – ich hab das ja irgendwie kommen sehen

Snow Patrol – This Isn’t Everything You Are

Dieser sich ewig-wiederholende Irrglaube, dass es nicht wieder kommen wird, wenn man es dieses eine Mal noch übersteht, ist vermutlich nichts anderes als ein Schönreden, Aufrechterhalten der Hoffnung. Ein Grund, nicht zum Arzt zu müssen, keine Tabletten oder eine Therapie zu brauchen.
Mir war lange gar nicht bewusst, dass ich das tue. Als ich es endlich erkannte, sah ich endlich auch die Notwendigkeit in einer Therapie – schrägerweise zu einem Zeitpunkt, an dem ich auch gelernt hatte, ganz pragmatisch mit alldem umzugehen, drumherum zu leben. Die Therapeutin war leicht beeindruckt, wie sachlich ich mit dem Psychoschaden umgehe. Sie konnte auch nicht genau sagen, was los ist, ich hätte von „allem ein bißchen“ und bestätigte damit nur meine Meinung, dass ich mich selbst in den letzten Jahren geheilt, therapiert habe, in jedem Teilbereich der angeblichen Erkrankung, und bald vielleicht alles überstanden ist. Die vermeintlichen letzten Meter dieses metaphorischen Weges erweisen sich aber leider immer wieder als hart, sodass ich ihre Hilfe gut gebrauchen könnte…
Aber was ist, wenn sie überhaupt keine Notwendigkeit sieht, weil ich von keinem Schaden genug habe, um behandelt zu werden, und sich diese ganze Kiste einfach als ein schlechter, verdrehter Charakter herausstellt, so wie ich es früher geglaubt habe, als die angebliche Notwendigkeit bestand…. verdrehte Welt…