Respektlosigkeiten

Musik ist das neue Fernsehen. Während ungenannte Personen das Fernsehen zur Begleitung beim Bügeln anschalten oder um sich abends nicht mit dem Lebenspartner unterhalten zu müssen, besaß ich lange Zeit besaß ich gar keinen Fernseher – stattdessen las ich Bücher, traf Freunde oder hörte Musik. Letzteres tat ich immer sehr bewusst. Ich suchte mir eine CD aus und lauschte den Audiospuren interessiert. Auch als ich dann einen Fernseher hatte, war dies der Fall – so dachte meine Person. Leider musste ich feststellen, dass Musik bei mir das Fernsehen ersetzt hat – auf eine ziemlich unschöne Art, die Bügel-art. Musik dient nur noch als Geräuschkulisse, um mich morgens aufzuwecken, Stille zu eliminieren, weil ich meine Gedanken sonst zu laut hören würde und zur Untermalung von Tätigkeiten wie Essen oder Lernen und – dabei musste ich mich schmerzlich auch ertappen – beim Staubsaugen, wo ich die Musik nicht einmal hören könnte, wenn ich es wollte! Wenn ich so mit einem Menschen umgegangen wäre, ich ich die Musik behandelte, wäre dieser Mensch mit ziemlicher Sicherheit nicht mehr in meinem Leben. Es ist eine Respektlosigkeit gegenüber der schönsten Sache, die diese Welt hat und ich schäme mich zutiefst. Bewusst hörte ich daher den ganzen Tag keine Musik und musste zu meiner Freude feststellen, dass ich sie schmerzhaft vermisse. Die Abwesenheit selbiger ist mir also – entgegen meiner Befürchtungen – nicht egal. Es besteht noch Hoffnung :).

Zur Feier des Tages an dieser Stelle: Paul Smith – Our Lady Of Lourdes

Versuchstier

all:my:faults – Es wird ein Regen kommen

Laborratte, ich. Gib mir Gift, gib mir Worte. Sieh zu, wie ich mich verhalte und belächel mich. Lies deine schlauen Bücher und freu dich, dass diese Recht haben. Ich bin ein Beispiel. Ich bin DAS Beispiel. Sieh der Ratte in ihrem natürlichen Habitat zu. Nichts Besonderes. Macht dich das nicht traurig?