Regenschauer

Skillet – Angels Fall Down

Draußen verdichten sich die Wolken und verbreiten einen Grauton, den ich aus meinem internen Gedanken- und Gefühlsleben kenne.

Mir geht’s nicht gut. Meine Mitmenschen wissen das. Ich schreibe merkwürdige SMS. Meine Mitmenschen sind sich nicht sicher, ob ich Drogen nehme. Ich erzähle seltsame Geschichten. Schreibe unverständliche Emails. Meine Mitmenschen sind sich ziemlich sicher, dass ich mindestens kurz davor bin Alkoholikerin zu werden oder es vermutlich schon bin. Meine Mitmenschen sind sich nicht sicher, ob und wie sie mir helfen können. Bla

Ich mir auch nicht.

Du bist ausgezogen

Jimmy Eat World – Polaris

Lustlos stochere ich in meinen Spaghetti rum. Zwischendurch zwinge mich immer wieder die tränengetränkten Schnüre zu essen, spucke sie wieder aus. Neuer Versuch, der meistens klappt.

Ich war froh, erleichtert in den letztem Tagen, weil diese Anspannung, Stress, Streit zwischen uns endlich vorbei sein würde. Doch heute. Da haben sie alle deine Sachen rausgetragen und aus meinen Augen kamen Tränen. Einfach losgeflossen.

Warum genau und warum erst jetzt, das weiß ich alles nicht. Überrascht haben sie mich, die Tränen. Und eben diese Frage mitgebracht und noch eine andere: Ist es wirklich besser so?

Mein bester Feind, mein bester Freund

Placebo – Blind

Mein zweiter Versuch einige Fragen zum Thema Freundschaft zu beantworten, nachdem der vorangegangene an meinen nicht vorhandenen Kenntnissen darüber scheiterte. Vielleicht ist es auch paradox mit einer Borderlinerin darüber diskutieren zu wollen?!

Ich hatte nie eine beste Freundin, ich hatte temporäre Freundinnen, die sich später als falsch herausstellten. Kindergartenfreunde, Grundschulfreunde, die mich zu ihrem Geburtstag einluden, weil sie von mir eine Einladung bekommen hatten. Und was zu dieser Zeit noch kindische Streitereien waren, wurde später über den Rest der Schulzeit zu Mobbing. Freunde? Nein. Manchmal: Freundinnen? Ja! Nein, doch belächelt worden. Täglich: Angst. Oft: Schule schwänzen. Zu oft: SVV.

Irgendwann war diese Zeit vorbei. Mein Selbstbewusstsein konnte anfangen sich halbwegs zu entwickeln. Es folgten Bekanntschaften. Und noch mehr schlechte Erfahrungen. Ich hatte temporäre Freunde, mit denen ich eher früher im Bett landete und damit die Definition unserer Freundschaft neu fasste. Ich hatte temporäre Freundinnen, doch weil ich keine Ahnung von Freundschaft hatte, starb diese jedes Mal – oder wir landeten auch im Bett.

Jetzt bin ich 22 und habe Bekannte, Internetfreunde, wenige reale Freunde, die teilweise zu weit weggezogen sind. Und ein guter Freund, der all die Verletzungen kannte, mit dem ich die Freundschaft, wie schon mit zu vielen, neu definiert hatte (und trotzdem freundschaftlich bleiben konnte), ging auch weg und ließ mich alleine. Umzug = Freundschaft beendet. Besonderer Mensch, besonderer Schmerz. Und wieder stand meine Unfähigkeit Beziehungen – egal ob liebestechnisch, platonisch oder beides – aufrecht zu erhalten ganz mittendrin, und das Wissen, vermutlich nie richtige langjährige Freundschaften zu haben, deprimiert. Herz geschlossen.

Ungenannte Person, auch Sasha genannt (Name v. der Red. geändert :P) mit der ich unseren zweiten „Schreibwettbewerb“ gestartet habe, hat ein paar Leitfragen zum Thema: 1. Was ist und was bedeutet Freundschaft? 2. Wie lange braucht es, bis eine Freundschaft entsteht? 3. Welche Grenzen kennt Freundschaft? 4. Wie wertvoll oder entbehrlich ist ein Freund? 5. Was macht ihn/sie unersetzlich?

Und ich kann dir darauf leider nur die eine Antwort geben: Ich weiß es nicht.

Kaffee macht alt

Die Happy – Frozen Tears

ungenannte Person, auch Zuckerpuppe genannt, sagt (18:08):

du wärst ewig 20 geblieben, wenn du nich mit kaffee trinken angefangen hättesz

Vorher:

ungenannte Person, auch Zuckerpuppe genannt, sagt (18:07):
ne mit diesem geschmack werd ich mich wirklich nich anfreunden können
bleib ich halt unintegriert in die gesellschaft 😛
Sockenfee sagt (18:07):
^^
ach du rauchs un trinks
reicht
ungenannte Person, auch Zuckerpuppe genannt, sagt (18:07):
das was anderes
Sockenfee sagt (18:07):
ich trinks auch ers seit 2jahren oder so
Sockenfee sagt (18:08):
bis dahina uch höchstens ma n cappucino
ungenannte Person, auch Zuckerpuppe genannt, sagt (18:08):
ja weil 20 überschritten

Kaffeegedanken

Audioslave – Like A Stone (live)

Ertrinke in meinem Kaffee..
Heißes Zeug umgibt mich.
Einschläfernd.

Gedanken weit weg.
Hinterm Tassenrand.
Unerreichbar.

Kaffee tötet.
Und schon bin ich ein Teil des Kaffeesatzes.
Ungesehen.

Leer.

[04/09/jul]

Bin ich noch normal oder schon verloren?

Sterben

Mono Inc. – Just Because I Love You

Leben macht krank
und ich sitze sterbend auf der Fensterbank.
Starre hilflos in den Himmel.
An dreckigen Wänden tobt der Schimmel.

Glaube nicht an den nächsten Morgen,
Krebs in mir, und viele Sorgen.
Blauer Rauch aus meinem Mund,
vegetiere strebend ungesund.

Ausnahmslos mich hingerichtet,
ausnahmslos mein Herz vernichtet.
Zigarette kommt zum Ende.
Für mich ist’s auch
– Ende im Gelände.

Sprung vom Dach,
macht viel Krach,
die Schreie von den Leuten draußen.
Ich hör es nicht, denn die sind Außen.

[04/09/jul]