Gegangen

Musik: Oasis – Stop Crying Your Heart Out

Mein Leben in digital zu eurer Belustigung, zu eurer Information. In den letzten Tagen blinkende ICQ-Nachrichten, entsetzte Anrufe und alle mit der einen Frage: Warum hast du deinen Blog dicht gemacht?

Darauf habe ich eine Antwort: Zuviel Selbstmitleid und zu viele Selbstzweifel, immer wiederkehrende Gedanken und Feststellungen, langweiliges, altes Zeugs, das diesen Blog in den letzten Wochen immer weniger leben ließ, hat mich genervt. Der Blog hat mich mit seiner bloßen Existenz genervt. Die Pflicht, das Pflichtgefühl, etwas schreiben zu müssen, immer der Zwang, zu aktualisieren, obwohl sich mein Leben noch immer auf dem gleichen Stand befand wie beim Post zuvor, wie bei dem Post davor…

Ich wollte alles zerstören, vernichten, töten. Blanke Seite. Den Blog beerdigen. Nachdenken. Irgendwie bin ich eine Denkphase gerutscht, eine Zeit, in der ich über das Wesentliche nachdenken will. Eine blogfreie Zeit. Dieser Blog hat mir sehr viel bedeutet, gerade weil so viel Privates darin stand, weil ich so viel Herz hineingesteckt habe… Immer neuer Schmerz, neue Texte; neues Design, an dem ich oft stundenlang saß und Hanno mich tatkräftig mit der anschließenden Codierung unterstützte – an dieser Stelle nochmals Danke.

Schreiben ist mein Leben und schreiben wird auch immer mein Leben sein. Natürlich höre ich nicht auf zu bloggen. Und das sollte keine Überraschung sein für die, die behaupten mich zu kennen. Die einzige zulässige Frage wäre also: WANN fängst du wieder an zu schreiben?

Und darauf weiß ich eben keine Antwort, weil dieses Leben zur Zeit einfach zu viel ist; nicht unbedingt im negativen Sinn. Weil dieser Blog mir irgendwie im Weg steht, vielleicht rede ich mir auch einfach nur ein, dass es so ist. Weil dieses Stück Seele mich nervt, mich ankotzt. (Trotzdem erstmal wieder zurück, immer wieder die gleiche Frage beantworten, nach Worten ringen, ist irgendwie auch anstrengend.)

Bis zu diesem Tag wird es also gegangen heißen.

Liebe Grüße

Jule

Revolution

Musik: Muse – Sunburn

Ich war nie eine von denen, die sich an Bäume ketten oder nachts in Labore einbrechen, um Mäusekäfige zu öffnen. Und wenn ich eine von dieser Art Mensch wäre, wäre ich eine von denen, die nach dem Bruch vom Scheinwerferlicht geblendet zu Stein erstarrt und sich kleinlaut durch Staatsgewalt abführen lässt. Auf keinen Fall bin ich die Art Mensch, die eine anonyme Revolution durchsetzen. Ich schreibe auch keine Leserbriefe oder plakatiere Litfaßsäulen mit Verschwörungstheorien. Ich bin eine von denen, die diese Theorien aufstellen und sie dann im Kopf unausgesprochen verrotten lassen. Feige bin ich nicht, auch nicht ignorant. Ich bin etwas viel Schlimmeres: Ich bin faul.

Aus diesem Grunde hab ich noch nie etwas Zustande gebracht, aus diesem Grunde werde ich auch nie etwas schaffen, was meine Erzeuger sagen ließe „Das ist ja traumhaft! Wir sind so stolz. Unsere Tochter!“ Stattdessen sagen sie „Du solltest da nicht mit roten High Heels hingehen“ oder „Wenn du dich nur etwas anstrengen würdest!“ Jüngste Aussage des weiblichen Teils der Erzeugerfraktion: „Also 1,9 wird für dich ja nicht erreichbar!“, dieser Satz bezog sich auf das Abi meiner mehr oder weniger geliebten Schwester. Natürlich werde ich das nie schaffen, ich sollte einen Luftsprung machen, wenn auf meiner Bescheinigung ein „bestanden“ zu lesen wäre. Aber so etwas sollten Eltern nicht sagen.

Es ist nicht so, dass ich nie etwas für die Schule, für mein Leben getan hätte. Ich habe es versucht. Oft. Aber meine Aufmerksamkeitsspanne ist leider extrem ku… Oh ein Vögelchen! Konzentrationsschwierigkeiten sind also neben Faulheit ein negativer Faktor in meinem leistungsarmen Leben. Selbst, wenn ich es also schaffen würde, Ehrgeiz zu entwickeln, tatsächlich versuchen würde mir historische Daten, chemische Formeln und den ganzen Kram zu merken, würde das Ganze doch in einer Enttäuschung enden. Enttäuschung für mich, nicht für die Erzeugerfraktion. Die rechnen damit.

Irgendwann zwischen Orientierungsstufe (Niedersachsen ehemals Klasse 5+6) und Realschule gab ich meine schulische Laufbahn also auf und konzentrierte mich auf das, was ich kann: Nichts! Mit dieser Einstellung lässt es sich recht gut leben, wenn man davon absieht, dass ich allen Ernstes vorhabe ab September dieses herrlich gestörten Jahres mein Abi nachzuholen.

Natürlich muss man hierbei unterscheiden: Rebellische Aktionen sind in der Regel einfacher umzusetzen, und mit Sicherheit auch schneller erledigt, als eine dreijährige Schulzeit, während der man versucht das Unerreichbare zu schaffen. Wie gesagt, ich war nie eine von den Plakattierern. Aber ich war auch nie eine von den Oberstuflern. Vielleicht starte ich doch eine kleine Rebellion.

Ich könnte mir zumindest so ein Che Guevera T-Shirt kaufen und afrikanische Musik hören, um mich von der Masse abzusetzen. Mit den anderen Tausend shirttragenden Individualisten könnte ich zusammen im Kreis sitzen und darüber reden, dass jemand etwas tun sollte. Man sollte etwas starten! Danach könnte ich nach Hause gehen und zufrieden einschlafen, weil ich ja quasi fast die Welt gerettet habe.

Es ist rosa

Musik: Linkin Park – Crawling

Es ist klein, leicht und – einfach herrlich – rosa; und es gehört mir. Seit gestern bin ich stolze Besitzerin eines Nintendo DS.

Der Wunsch nach diesem rosa Traum wurde durch Werbung geweckt – wie sollte es auch anders sein. Sudoku klappt ganz gut, Wechselgeld richtig rausgeben läuft noch nicht ganz glatt.

Wenn ich also mal nicht ans Telefon gehe, nachrichtentechnisch nicht auf dem neuesten bin oder die blinkenden Messages im ICQ nicht beantworte, dann liegt das an Dr. Kawashima :P.

Ah, und habe ich erwähnt, dass es rosa ist? <3

Beschäftigungstherapie

Musik: Garbage – It’s All Over But The Crying

Einige von euch erinnern sich schwach: Wallpaper, Avatare und was mir sonst noch einfiel, fast täglich. Diese Phase liegt ewig zurück, aber nach dieser langen Zeit wurde ich wieder von Kreativität überflutet.

Die Überflutung war sogar so stark, dass ich mich an – bisher nie versuchte – Ornamente herangetraut habe:

Es ist wirklich faszinierend, wielange man sich an so kleinen Dingen aufhalten kann (jeweils 1,5 Stunden) :P.

Tränenregen

Musik: Böhse Onkelz – Bin Ich Nur Glücklich Wenn Es Schmerzt

Durch meine Adern fließt Kaffee. Vermutlich der Hauptgrund für meine Schlaflosigkeit der letzten Nacht, aber nicht der einzige.

Ich denke zu viel. Viel zu viel. Und das Beunruhigende ist, dass nichts Produktives dabei heraus kommt, nichts Neues, Lebensveränderndes. Es ist genauso, wie es vor einer Woche war, vor einem Monat, vor einem Jahr. Mein Leben geht nicht vorran.

Langes Wachliegen und denken führt unweigerlich zu Traurigkeit. Ich suche die Probleme und finde sie auch. Ich lass es Tränen regnen Viel zu oft. Alles endet letzendlich mit einer Frage. Bin ich nur glücklich, wenn es schmerzt?

Kann man Trauer geniessen?
Ich glaube fast ja…

Und die Erkenntnis, die ich unzählige Blogeinträge zuvor hatte, ist immer noch zweifelsfrei. Dramaqueen. Süchtig nach Tränen, süchtig nach Leiden.

Todesfall

Musik: Zeraphine – Wenn Du Gehst

Sterbe ich doch schon so lange
Seele tot und Herz verblutet
ungläubig und tränenschwer
hoffnungslos bis tränenleer
sterbe ich jetzt schon so lange
dieses Leben leb’ ich nicht
diese Wunden heilen nie mehr
weil sie Mein geworden sind…