Verwirrtes Mädchen

Musik: Elis – Der Letzte Tag

Und wieder sitze ich da und frage mich, ob ich nicht doch wieder mit der Thera anfangen soll. Ungenannte Person sagte vor ein paar Tagen zu dem Thema, dass ich es dann durchziehen müsste, weil er sonst keine Lust darauf hätte.

Aber das weiß ich jetzt doch noch nicht. Was in meinem Kopf passiert gehört nicht mir. Das sind nicht meine Gefühle, nicht meine Gedanken. Nicht mein Schmerz. Zuordnen kann ich sie nicht, aber von mir kommen sie nicht… Nein, ich bin nicht schizophren. Ich bin irgendwas anderes. Aber was?

Und weil ich all das nicht kontrollieren kann, kann ich auch keine Aussage über eine mögliche Thera machen. Die Dauer, die Ernsthaftigkeit mit der ich daran gehe. Verstehen tu ich mich selbst nicht. Dass ich Hilfe brauche, ist zu offentsichtlich und annehmen tu ich sie auch… manchmal. Aber dann reiße ich alle Brücken, die ich mühsam erbaut habe, ein. Was ist los mit diesem Leben, mit meinem Leben?

Vielleicht warte ich ja auch auf die Zwangseinweisung, die mir seit Jahren leer angedroht wird und mir nicht mal mehr eine einzige Träne, geschweige denn Angst entlockt? Vielleicht richte ich mich deshalb so zu? Hilfeschrei. Das wird zu psychologisch. Könnte mich ja selbst therapieren…

Mal wieder ein Schreibwettbewerb

in einem Forum, den ich selbstverständlich gewonnen habe. Aufgabe war einen Brief an Gott oder Satan zu verfassen:

Titel: Wieso Maditha in die Hölle kam

Von: maditha@satnet.hel Gesendet Mittwoch, 7. Mai 2008 15:23
An: kundenservice@gott.rel
Cc:
Betreff: falscher Check In

Hallo Gott,

unglücklicherweise ist dir und deinem gehörnten Kollegen ein großer Irrtum unterlaufen!

Ich sitze hier bei angenehmen 70 Grad im nichtexistenten Schatten neben einem brodelnden Minivulkan, vergnüge mich mit einer extremst langsamen Internetverbindung, die aufgrund der ständigen Beben hier im Sekundentakt zusammenbricht, und fächere mir mit einem Stück verbrannter Holzkohle Luft zu. Die ewige Hitze hat bei meinem schwachen Körper verboten starke Kopfschmerzen verursacht, meine Lungen sind trockener als mein Sandkasten, den ich unter Tränen zurücklassen musste, und ständig bekomme ich Suppe aus dem wunderschönen Vulkan ab.

Als ich eingecheckt habe ist eindeutig etwas schiefgegangen! Ich bin eine von den Guten: Nie bin ich bei Rot über die Straße stolziert, wenn Milchsauger in der Nähe waren; meinen Müll habe ich immer artig getrennt; und im Bus habe ich meinen heißgeliebten Sitzplatz auch immer an die garstigen Rentner abgetreten.

Ich sollte bei mindestes 40 Grad weniger herumfliegen, Harfe spielen und ein gewagtes weißes Kleidchen tragen – stattdessen versorge ich Brandwunden und muss Andrea Berg hören! Wie konnte es zu so einem unfassbar schrecklichen Versehen kommen?

Ich wäre dir wirklich sehr dankbar, wenn ich so schnell wie möglich ein paar Stockwerke höher reisen könnte!

Heilige Grüße oder so

Maditha

– – – – – – – – – – – – – – – – –

Von: Mail Delivery Subsystem [MAILER-DAEMON@gott.rel] Gesendet Mittwoch, 7. Mai 2008 15:25
An: maditha@satnet.hel
Cc:
Betreff: Returned mail: Mail returned to sender

The original message was received at Wed, 7 May 2008 15:23:01 +0200 (MEST) from wlan237-164@satnet.hel [666.66.666.666]
—– The following addresses had permanent fatal errors — […]

Gelitten

Musik: Nouvelle Vague – The Killing Moon

Die Skeptikerin in mir hatte Recht. Vor ein paar Tagen schlich es sich an, um dann gestern voll zuzuschlagen.

Verloren habe ich den Kampf gegen diesen fremden Willen in mir. Dieser Wille, der da ist, unerbittlich, den Zwang auslöst, mir wehtun zu wollen, dieser Wille, der nicht zu mir gehört… kein Teil von mir, irgendwo in mir drin. Wenn ich nur wüsste was es ist, wo es ist, damit ich es herausschneiden könnte, herausreißen aus diesem leblosen Körper.

Eine kleine Diskussion eben, ich heule los. Habe mich nicht mehr unter Kontrolle. Völlig kaputt, obwohl ich vor ein paar Tagen noch die wahnsinnige These aufgestellt hatte, gesund zu sein, oder zumindest auf dem Weg dahin wäre. Ich hasse mich, ich hasse alle Menschen um mich. Bis auf einen einzigen, aber der ist nicht da, um mich in den Arm zu nehmen :<. Also versinke ich in Selbstmitleid, verkrieche mich im Bett mit depressiver Musik und warte, dass das Alles vorbeigeht.

Ich trau der Sache nicht

Musik: Schock – Wenn Die Sonne Erlischt

Ein paar Tage Sonneneinstrahlung und ich trage weiße Shirts und knielange Röcke der gleichen Farbe. Die, die mich kennen ziehen skeptisch eine Augenbraue nach oben.

So war ich nie. So wollte ich nie sein. Aber ich bin so. Jetzt. Die Sonne hat mich wachgekitzelt und einen lebenden Menschen aus mir gemacht. In den vergangenen dunkel gekleideten Jahren schien die Sonne auch, aber da war ungenannte Person noch nicht da. Kann es tatsächlich sein, dass ich glücklich bin? Wage ich zu denken, dass ich vielleicht endlich gesund bin?

Die Skeptikerin in mir schüttelt den Kopf. Du bist krank. Sieh dich an. Du bist einfach nur gut in dieser Rolle als zufriedene Freundin und Tochter. Erinnerungen an das, was mich noch vor wenigen Tagen gequält hat, eine scheinbar endlos Depressive, die mich – wie so oft schon – mehr als einen Monat lang mein Leben schwarz sehen ließ. Die Skeptikerin sucht die Wolken an Himmel. Es sind keine Sichtbar, so sehr ich mich auch aus dem Fenster lehne…

Liebesbrief

Musik: Yorik – My Soul Is Dark

Jedes kleine Wort, das du sagst, das du zu mir sagst, das du über mich sagst, bedeutet mir so viel. Jedes kleine Wort, das du sagst, kann mich so glücklich machen, mir so tief wehtun. Jede kleine Geste löst so ein Glücksgefühl aus, wenn du mir die Haare aus dem Gesicht streichst, mich an der Hand nimmst, mich führst… an einen neuen Ort, und dort nicht loslässt, weil du spürst, dass ich dich auch dort noch brauche… ich brauche dich, du gibst mir alles… Jede kleine Geste kann so einen tiefen Schmerz verursachen. Bin so verletzlich für dich. Denn du weisst, was niemand weiß, du kennst, was niemand kennt. Du machst mich so glücklich, jeden neuen Tag. Du machst mich so abhängig, jeden neuen Tag. Kann nicht mehr ohne dich. Du bist alles. Alle Gedanken nur für dich, wenn es mir wieder schlecht geht, nur für dich… Du bist mein Licht, du sorgst dafür, dass ich es überstehe, ohne bewusst etwas zu tun. Die Art wie du bist, wie du zu mir bist. Du wirst mich nie verletzen, dieses Wissen nicht ausnutzen.. Diese Gewissheit lässt mich dich so oft so grenzenlos lieben… Doch trotzdem so selten und doch so stark von Zweifeln zerfressen, Angst, dass ich dir nicht reiche. Die hohen Ansprüche, die ich an dich habe, die du täglich übertriffst, die du an mich hast, diese Ansprüche nicht erfüllen zu können… Versuche sie abzuschütteln, immer wieder. Und wenn du mich dann in den Arm nimmst, sind sie verschwunden, als hätten sie nie existiert… so wie das Leben ohne dich nicht existieren konnte und kann…. Alles… Du bist so toll. Ich liebe dich <3

Behörden, ey

Musik: Lacuna Coil – Enjoy The Silence

Behörden. Keiner mag sie. Ich auch nicht.

Die Distanz von 40 Kilomtetern zum einen Amt und der 5-Minuten-Radweg zum anderen Amt, verleiten fälschglicherweise zu der Annahme, dass ich zu dem Amt in der City Göttingens gehen kann, um dort mein Zeugs erledigen zu lassen. Da ich wohntechnisch aber hochoffiziell noch bei meinen Erzeugern lebe, bin ich zwischen zwei Arbeitsämtern hin und her gerissen: Ein Amt fürs Kindergeld (10 Km vom Erzeugerhaus), eines für das Arbeitslossein (20 Km vom Erzeugerhaus).

Unfreundlichkeit wird beim Amt ganz groß geschrieben. Es ist ein Glücksfall an wen man gerät, jeder sagt einem etwas anderes und abgesehen von dieser Tatsache scheinen die Menschen dort einen Spaß daran entwickelt zu haben, einen durch das ganze Amt hetzen zu lassen – vor einigen Wochen z. B. beim Kindergeld: Als ich dann endlich an der richtigen Tür ankam, ein Zettel „bin nicht da, Zimmer 102“. Man braucht sehr starke Nerven, um dort nicht zu verzweifeln. Bisher habe ich jedes mal weinen müssen, wenn ich rauskam.

Nachdem ich nach ewigen hin und her letzte Woche dann also herausbekam, dass das Amt in Göttingen gar nicht für mich zuständig ist, fuhr ich also an die Landesgrenze zu Hessen, um mich dort arbeitslos zu melden, um eine Bescheinigung zu bekommen, die ich beim Abendgymnasium, das ich ab August besuchen werde, vorlegen muss, die mir in Göttingen nicht gegeben wurde, weil Schüler nicht arbeitslos sind nach ewiger Diskussion und Erklärungsversuchen und „ah wir sind übrigens gar nicht zuständig!“.

Behörden! Und das reicht ja noch nicht: Ich muss ein paar Zettel ausfüllen, um sie an das Amt zu schicken, um einen Gesprächstermin abzusagen, den ich nicht brauche (Schule/eigene Jobsuche) , aber heute Morgen trotzdem vereinbaren musste, was ich denen aber nicht sagen durfte, weil ich die Bescheinigung dann nicht bekommen hätte, die die Schule aber braucht.

Versteht jemand irgendwas? 😛