Praktikumsbericht

Gut, du hast es geschafft. Du hast ein Praktikum in einer Werbeagentur bekommen. Die Menschen dort haben zwar eine Bierflatrate und sagen ständig, dass sie keine Lust haben, aber okee. Du lernst da bestimmt was. Irgendwann. Vermutlich.

Ah, komm!

Kaum ist mein ein paar Tage nicht online, schmeißt myblog das ganze Layout um. Unfassbar. Ich fand’s vorher schöner! – Alle, die bei diesem Anbieter ebenfalls ein Webblog haben, wissen wovon ich rede…

Ein Löffel flog durch’s Bild

Musiktipp: Linkin Park – Shadow Of The Day

Vermutlich hat ganz Deutschland – mich eingeschlossen – am Dienstagabend vor der Flimmerkiste gesessen und sich die Augen wundgestarrt.

„What are you going to show us?“, fragt der alte, aber noch relative gutaussehende Uri Geller jeden seiner Kandidaten, bevor dieser der gierigen Menge seinen Schwindel seine Fähigkeit beschreibt. Dann legt der Mentalist los und appelliert damit an die Leichtgläubigkeit und Dummheit der Zuschauer.

Die Begeisterung, die ich noch während der Sendung hatte, wurde durch anschließendes Googlen zerstört. Nicht nur Blogger, sondern auch die Welt zerreißen die Show, bis kein bisschen Zauber mehr übrig ist. Billige bis komplizierte Tricks. Mehr nicht.

Einer der Kandidaten lässt sein Herz stehen bleiben. 30 Sekunden lang. Sein Herzschlag – während der Live(!)-Sendung, völlig normal, relaxt – dies ist zumindest dem „Herzmonitor“ zu entnehmen, der auch, nachdem der Typ ins Leben zurückgefunden hat, einen völlig normalen Puls anzeigt. – Eigentlich sollte das Herz an dieser Stelle schneller schlagen. Ein weiterer Kandidat lässt sich von einer Topmodelkandidatin zeigen, unter welcher Abdeckung sich ein Messer befindet, um daraufhin die übrig gebliebenen Tüten kaputtzuschlagen. Herr Raven kommuniziert mit einem Raben und stellt Fragen von Prominenten ins Jenseits. Als ich den Trick noch mal bei Youtube ansehe, entdecke ich etwas Lustiges: Seine Mundbewegungen sind gar nicht synchron. Wirklich enttäuschend ist aber an der Sache, dass es sich hier um doppelte Böden und Knöpfe im Ohr handelt.

So geht die Sendung also zu Ende. Die Menge sitzt staunend und sabbernd da, hat am nächsten Tag immer noch kein neues Gesprächsthema. Und alle stellen sich die gleiche Frage: Wieso liegt mein Löffel immer noch auf dem Fernseher? – Bei Pro 7 hat es immerhin geklappt.

Ohne Titel 10

Ich gehöre nicht zu den Menschen, die am Jahresende beschließen, dass im neuen Jahr alles anders und besser wird. Ich gehöre zu der Art Menschen, die sich täglich vornehmen, ihr Leben in den Griff zu kriegen. Die Art Mensch, die jeden Tag erbeut scheitert.

Wirklich belasten tut mich das nicht. Wenn ich nicht gerade wieder einem der Beautiful People begegne. Ich sollte mich gesünder ernähren, denn Schokolade als Grundnahrungsmittel macht dick und krank. Mein Kreislauf ist so instabil, dass nach jedem Aufstehen ein Schwindelanfall kommt. Ich sollte mehr Sport machen, z. B. schwimmen, weil ich mich danach besser fühlen würde und eine Sache hätte, die ich regelmäßig tue. Es scheitert an der Tatsache, dass das Schwimmbad so weit weg von mir ist. Wenn ich nach 30 bis 40 Minuten schwimmen dann aus dem Becken getorkelt komme, ist mir so schwindelig, dass ich glaube jede Sekunde umzufallen. Wer jetzt auf den Wahnsinnsgedanken kommt, ich sei dick, liegt falsch. Ich bin ein schlanker Mensch! Außerdem sollte ich noch mehr Initiative zeigen bei meiner Ausbildungsplatzsuche. Keine Angst haben, irgendwo anzurufen und nicht in Panik verfallen, wenn etwas mal nicht so ist, wie ich es gerne hätte. Insgesamt viel lockerer werden. Meine Fingernägel sehen übelst aus. Nach einer Viertelstunde Autofahren ist nicht nur der Lack runtergegessen sondern auch die Länge der Nägel stark verkürzt. Ungenannte Person, auch Schwester genannt, bezeichnet mich als Psycho, ich weine los. Irgendwie scheine ich ein Wrack zu sein. Demotiviert und ängstlich. Leblos und desorientiert.

Das war’s

Musiktipp: Foo Fighters – Let It Die

Als ich eben ziellos durch’s Netz surfte, wurde mir bewusst, dass sich das Jahr unweigerlich dem Ende neigt. Einerseits, weil jeder Blog, neben dem üblichen Selbstmitleid, auch einen Jahresrückblick zum Lesen anbietet, andererseits weil mein PC mir sagt, heute sei Sonntag, 30. Dezember 2007. Logische Schlussfolgerung: Morgen ist der letzte Tag des Jahres. Dann geht das Elend von vorne los, vielleicht aber auch nur weiter. Da ich mich von dem angesprochenen Blogvolk nicht ausnehme, hier also meine Version 2007.

Die erste Jahreshälfte war absoluter Dreck.
Grausame, langatmige Trennung.
Haare schwarz gefärbt (war mal blond).
Nachdem das „sich-unter-einen-neuen-Kerl-legen, um-über-den-alten-hinwegzukommen“-Prinzip mehrfach kläglich versagt hatte, beschloss ich entweder lesbisch oder Nonne zu werden.
Therapieabbruch.
Chaos Zuhause. Abgehaun, weggerannt. Fehler gemacht.
Ein Hasi, den ich überfuhr.
Kaufsucht, der ich kurzfristig verfiel.
Schock, weil mir ein Schwangerschaftstest mitteilte, dass sich in meinem Körper eine Spermie eingenistet hatte (klärte sich dann allerdings alles…).
Ein weiterer Kerl, der mich zum Heulen brachte.
Eine „Freundin“, die mich zum Weinen brachte, weil sie beschloss für ein Jahr in die USA zu gehen.
Ein SVVloch, in das ich fiel.

Zweite Jahreshälfte war dann 100 % Verbesserung.
Jemanden kennengelernt.
Zu viele Diskussionen über Religion gehabt.
Mein erstes Tattoo bekommen.
Abschluss der Ausbildung (war zwar total krank, aber lief trotzdem gut)
Seit vielen Jahren wieder in den Urlaub geflogen.
Total in neuen Kerl verschossen.
Ich war in einer Schokoladenfabrik.
Beim Blutspenden wurde ich fälschlicherweise für eine Vegetarierin gehalten.
L’Ame Immortelle haben mich mit einem fiesen PR-Zug so enttäuscht, dass ich fast einen Hass auf die Band entwickelt habe. Dank ungenannter Person dafür aber musiktechnisch viel anderes kennen und lieben gelernt.
21 binsch geworden und war sogar in Wien.
Ich wurde abgeschleppt, also mein Auto.
Erste Bewerbungen für die Ausbildung als Mediengestalter abgeschickt, absoluter Traumjob.

Das Jahr ist also recht schnell erzählt. Es gab eine sehr harte Zeit, aber auch eine sehr schöne. So ist das Leben. Manchmal leblos, manchmal toll… Mehr fällt mir jetzt nicht ein. Nujaa.

Weihnachten…

Musiktipp: Die Toten Hosen – Unsterblich

Weihnachten ist verlogen. Das Fest der Liebe. Trotzdem nur materialistisch. Überteuerte Geschenke. Geschenkeberge. Viele glückliche Kinder. Aber aus den falschen Gründen.

Meine Cousine betet – wortwörtlich – das Vaterunser runter, als sie merkt, dass sich das Gespräch auf Kirche lenkt. Fünf Jahre alt. Um sie herum Prinzessin Lillifee-Artikel, ein riesengroßer Stoffhund names Josephine und viele, sehr viele, viel zu viele weitere Geschenke. Wenn Weihnachten ist, kommt der Weihnachtsmann und Gott gehört da auch irgendwie rein. So wurde nicht nur sie, sondern auch ihr Bruder und tausende anderer Kinder in dieses Ereignis, in dieses Spiel, hineingeworfen.

Ich spiele mit. Ich denke nach. Weiß, dass der Grund für dieses Fest eine Lüge ist. Weiß, dass der Weihnachtsmann nicht mehr zu mir kommt. Er heißt jetzt offiziell Mama oder Papa. Die Geschenke bestehen zum Großteil aus Geld. Der Zauber ist verflogen.

Für mich bedeutet Weihnachten, eine perfekte Familie zu spielen, ein Dauerlächeln aufzusetzen. Irgendwie durch diese Tage zu kommen. Einfach nur bestehen. So war es die letzten Jahre. Immer wieder Angst davor. Angstzustände, Weinanfälle, zittrige Hände. Der Versuch meinen Körper, mein Hirn auf Automatik zu stellen, um von diesem Zwang nichts mitzubekommen. Abhaun. Dieser Krampf hat mich krank gemacht. Alle Jahre wieder.

Jetzt ist Weihnachten fast vorbei. Erschreckenderweise hatte ich zum ersten Mal seit sehr langer Zeit keine wirkliche Angst davor. Es war nicht das perfekte Fest. Es gab Gezicke und auch ein paar Tränchen. Allerdings wurden diese aus Liebeskummer vegossen. Nicht von mir. Denn ich war irgendwie… glücklich.

Mein Weihnachten began schon morgens am 24ten. Bescheerung beim tollsten Menschen der ganzen Welt. Die Tage, Wochen und Monate davor, die er da war haben mich irgendwie gesund gemacht. Und wenn dieser Mensch mich jetzt nie mehr alleine lässt, wird Weihnachten in Zukunft vermutlich auch besser. Das fände ich sehr okay von dir.