Laaangweilig

Musiktipp: The Killers – Midnight Show

Keiner redet mit mir. Ich bin alleine zu Hause. Sämtliche Onlinebekanntschaften haben besseres zu tun. Sie sind in der realen Welt, reden mit realen Menschen, kochen, scripten, schlafen oder gehen durch die dunklen Straßen und ärgern sich, dass sie kein Auto haben.

Im realen Leben ist es unhöflich während der Unterhaltung CDs zu sortieren oder Kuchen zu essen. In der virtuellen Welt ist das anders. Es ist schön allein zu sein und trotzdem mit jemanden zu reden. Nebenbei schiebt man eine Pizza in den Ofen oder surft die letzten Nachrichten ab, man räumt auf oder hört Musik. Oder man macht alles gleichzeitig. Man lebt sein virtuelles Leben parallel zu dem realen.

Aber gerade wünsche ich mir, dass wenigstens einer von euch Internetsüchtigen und Realitätsängstigen mal auf das Blinken im Chatfenster sieht und mir meine Langeweile ausredet. Mir ist soo fad :<.

Wirre Gedanken

Musiktipp: Muse – Screenager

Who you were was so beautiful…

Ich bin mir nicht sicher, ob ich mich verstehe, wenn ich mich verstehe. Wenn ich glaube zu wissen, wieso ich etwas tue oder eben nicht tue. Nicht sicher. Und ich hab Angst. Wieso versage ich nicht endlich?

Minderwertigkeit

Musiktipp: In Flames – Leeches

How does it feel to be alive?

Nutzloses Ding sitzt auf dem kalten Boden. Tränen ziehen ihren Weg über das dreckige minderwertige Gesicht. Erbärmliches Wimmern. Es sieht dich, streckt seine verkrüppelte Hand nach dir aus. Du verschwendest deine Zeit, wenn du dieses Wesen berührst. So wie alles hier Verschwendung ist. Die Haut, die dieses jämmerliche Etwas umschließt und die Tränen, die aus diesen hässlichen Augen fließen und die unbedeutenden Gedanken, die in diesem matschigen Hirn entstehen. Du holst aus. Dein Lederschuh trifft das Minderwertige vor dir in den knochigen minderwertigen Leib. Mitleiderregendes Seufzen. Es liegt da im Dreck und zieht die staksigen rauen Beine heran. Sinnloses Wesen wimmert. Ein Lächeln auf deinem glatten Gesicht.

Ich hab mal Schotter von unten gesehen

Musiktipp: Jimmy Eat World – Polaris

Als ich sechs Jahre alt war brachte mein Vater mir Radfahren bei. Er schraubte die Stützräder vom rosa Drahtgestell ab und ging mit mir zu einem Feldweg.

„Nicht loslassen, ja? Wirklich nicht?“ Mein Erzeuger hatte versprochen das Rad am Gepäckträger festzuhalten. – „Wirklich nicht!“

Er schob mich den Weg entlang und ich wurde immer schneller. Der Fahrtwind wehte mir durch die Haare. Ich drehte mich um zu meinem Vater. Dieser war aber nicht mehr dort, sondern weit weg. Panisches Bremsen und ich wollte nicht mehr weiterfahren. Bald daraf wurde ein weiterer Versuch gestartet und ich fuhr dann alleine den Weg entlang.

Auf dem Feldweg gab es Schotter. An einem wahnsinng heißen machte ich mit diesem Bekanntschaft. Die Sonne knallte auf mein aufgeplatzes Knie. Es tat so weh. Irgendwie kam ich auf die Terrasse meiner Erzeugerfraktion, wo meine Mutter mich verarztete.

Diese Wunde ist verheilt, geblieben ist eine Narbe am Knie, die wahrscheinlich jeder zweite Mensch aus seiner Kindheit in die Gegenwart getragen hat. Aber das Gefühl, dieser erste Vertrauensmissbrauch, der ist geblieben. Immmer wenn ich daran denke, kann ich es wieder fühlen. Dieser kindliche Schmerz, den die meisten erleben, wenn sie Radfahren lernen. Diese einfache kleine Sache, die alle wieder vergessen. Die bei mir aber leider immernoch da ist…

Schlafwandler

You are one of God’s mistakes. You crying, tragic waste of skin.

Schlafwandelnd in der eisigen Kälte, die ihr ausstrahlt. Wie ein Soldat. Umgeben von einer leblosen Hülle. Militärisch, soldatisch die Antworten, auf eure monotonen, nutzlosen Fragen. Kein Blick zurück. Stur nach vorn. Verborgen durch Nebel. Blindes Vertrauen ins Nichts. Natürlicher Überlebenswille. Innerlich abgestorbene Arterien, Venen, Träume. Blut, das sich durch diese minderwertigen Wege quält und dieses Nichts nährt. Den Anschein eines Menschen. Schon bei der Geburt verflucht und versklavt. Abgerichtet, zu funktionieren. In diesem System. Eurem. Verbote. Das Gebot zu atmen. Das Verbot zu fallen.