Kann man Depressionen wegkaufen?

Musiktipp: Adema – Remember

Gerade schon leicht erschrocken, als ich festgestellt habe, dass ich einer von den Menschen bin, die Depression mit Shopping wegzukaufen versuchen. Auch das Wegessen durch Koffein und Schokolade ist eine von mir sehr beliebte Methode.

Oft fühle ich mich schlecht. Gnadenlos traurig, leer und alleine. Diese Leere fülle ich auf, in dem ich mir schöne, überflüssige Dinge kaufe. Es interessiert mich nicht, wie teuer diese Sachen sind. Teilnahmslos gebe ich meine EC-Karte hin, tippe meine Geheimzahl ein und warte angespannt auf das Erlösende: „Hier sind Ihre Belege, einen schönen Tag noch.“ Ich verlasse den Laden, in meiner Hand eine Plastiktüte mit Anziehsachen.

Ich weiß schon in diesem Moment, dass das Glücksgefühl, welches in diesem Moment über mich kommt, jede Sekunde verlorengehen wird. Ich weiß, dass ich zu viel Geld ausgebe. Aber ich tu es trotzdem. Immer wieder. Meinen aktuellen Kontostand kenne ich nicht. Möchte ich auch nicht kennen, weil ich befürchte dann in Tränen zu zerfallen.

Zu Hause verstecke ich meinen Einkauf, weil ich keine Fragen will. Erklären, wieso schon wieder etwas Neues gekauft wurde. Wieso ich nicht in der Schule war, stattdessen in Geschäften herumlief. Verstehen würde es niemand. Vielleicht würden sie mir meine süße Plastikarte wegnehmen. Irgendwann, wenn ich diese neuen Sachen dann trage, kommen Fragen. „Das hab ich doch schon lange“, „Das war sehr günstig“, ich weiß gar nicht welche Ausflüchte ich noch nicht benutzt habe. Wieso fragt ihr auch so viel?

Oft esse ich meine emotionale Leere auch weg. Schokolade und Koffein. Etwas mehr Glücksgefühl, etwas wacher. Das Müde und Traurige verschwindet. Ertrinkt. Unerschöpfliche Schokoladenvorräte sind deshalb ein absolutes Muss. Wenn ich nicht täglich welche esse, geht’s mir noch schlechter. Ich bin ein Schokoladenopfer.

Die emotionale Leere irgendwie auffüllen. Egal was es kostet. Vor den Konsequenzen – roten Zahlen, Gewichtszunahme, unangenehmen Fragen – wegrennen. Alles verdrängen. Das ist, was zählt.

Regenkind

Musiktipp: Placebo – English Summer Rain

Der Regen klebt an meinem Fenster, hier und da findet ein Tropfen den Weg nach unten. Den Weg in die endgültige Zerstörung. Vielleicht bilden sie auch einen kleinen See auf der Fensterbank. Von hier aus nicht zu sehen. Ich fühle mich halbleer. – Regen hat immer etwas Deprimierendes, aber auch etwas Schönes.

Ich bin eine der Wahnsinnigen, die ohne Regenschirm draussen herumlaufen, wenn es wieder einen Wolkenbruch gibt – meistens sogar mit Schirm in der Tasche. Alles auf sich hereinregnen lassen, in den Himmel starren, mit der Zunge ein paar Tropfen auffangen. Miterleben, wie all das Elend dieser kranken Welt herunterkommt, weggewaschen wird. Die Straße herunterströhmt und in den Gullis verschwindet. Die kleinen Seen, die sich bilden beobachten. Beobachten wie der Regen hineneinfällt. Wie der See überläuft. Und dann selbst hineinspringen. Total nassregnen lassen.

Die Straßen sind dann leer, aus vorbeifahrenden Autos fang ich mir ein paar bemitleidende Blicke ein. Nein, ich tu das freiwillig. Ich lächel die Autofahrer an, während ich da ganz langsam entlangehe. Ja, ich bin eine dieser Irren. Ich hab die Augen offen, wenn Dinge wirklich schön sind. Ihr werdet es nie verstehen, euch weiter unter euren Schirmen verstecken und in euren Autos herumfahren. Aber das ist okay. Alles ist okay.

Dinge, die ich tun will, bevor ich endgültig krepiere

Musiktipp: L’Âme Immortelle – In Dein Leben

Es ist nur eine Frage der Zeit, dass ich absichtlich oder ausversehen von einem Gebäude spring, eine Drogenüberdosis erwisch oder bei Rot über die Straße gehe. Deshalb habe ich mir mal die wahnsinnige Mühe gemacht ein paar Gedanken aufzuschreiben:

1. Eine Treppe mit dem Skateboard runterfahren.

2. Einen Kühlschrank mit Tischtennisbällen füllen und von einem Hochaus werfen.

3. Betrunken Fahrrad fahren.

4. Einen fernsehturmhohen Turm auf einer nordischen Insel bauen lassen, mit den Lettern FTW, darauf befindet sich ein in eine Regenjacke gekleideter Elephant.

5. Die Haare lila färben.

6. Mit 700 Heimkindern zu Angela Merkel gehen und ein anständiges Zuhause fordern.

7. Artischocken essen.

8. Über den G8-Zaun klettern und diesen danach an ein paar Zoos verschenken.

9. An einer Regenrinne hängen, bis meine Finger nachlassen und mich dann auf ein Trampolin fallen lassen.

10. Eine Qualle braten.

11. Eine Schokoladenfabrilk besuchen.

12. Mich tattowieren lassen (ich müsste mich nur mal entscheiden).

13. Nachts allein bis zu zweit im Wald sitzen und auf dem Notebook einen Gruselfilm gucken.

14. Koksen.

15. Bei der Bahn ein paar Wagons besprayen und mich nicht erwischen lassen.

16. Auf ein L’Âme Immortelle Konzert gehen <3. 17. Die schöne Ady treffen. 18. Auch wenn’s total klischeebehaftet ist: Nachts in ein Freibad einbrechen. Vorschlag kam von jemandem, der sich Torsten nennt, vlt auch Thorsten.

Amokläufer ohne Beine

Ich hab Nasenbluten. Ich fühle mich wie ausgekotzt. In mir ist Alltag. Der normale alltägliche Wahnnsinn. Ich will schreien, kann es aber nicht. Alles soll raus. Der letzte Dreck Hoffnung in mir hat sich irgendwo in meinem kranken Herz eingegraben, wie eine Zecke, die man nicht los wird. Ich hasse das. Denn die lässt mich weiterleben. Dieses kranke, trostlose Leben leben, von dem ich weiß, dass es sich nie ändern wird. Mir ist schlecht. FTW!

Umräumen

Musiktipp: Smile Empty Soul – Vultures

Ich will mein Zimmer umräumen. Das habe ich gerade total übermüdet und leicht angetrunken beschlossen. Denn es ist mir zu langweilig. Wer helfen möchte klickt hier und versucht darauf folgende Möbelstücke einzuzeichnen: Schreibtisch, Korbstuhl, Kommode, Regal, Schrank, Bett, Sofa, kleiner Tisch. Aktuell sieht das ganze etwa so aus. – Ah, un ich habe nur rechts neben dem Fenster einen TV-Anschluss. Kthx :>.

Toilettenterror

Musiktipp: Stone Sour – Zzyxz

Bei uns in der Schule gibt es einen sehr tollen Lichtschalter. Er war mal weiß, die Zeit hat ihn beige gefärbt und er befindet sich auf dem Flur, neben einer Tür, kaum sichtbar, gegenüber der Toiletten. Er wird sehr selten benutzt, weil die Konkurrenz sehr hoch ist. Viele Lichtschalter. Und alle tun sie das Gleiche: Den Fensterlosen Flur erleuchten.

Dieser Lichtschalter kann aber etwas Besonderes. Er versorgt die Toiletten, auf der sich in jeder Pause viele Mädchen befinden, die sich im Spiegel anstarren, die Tampons austauschen oder eben Pinkelpause machen, mit Licht. Er allein.

Weil der Toilettenraum in der Pause immer stark überfüllt ist, passiert es, dass man davor steht und warten muss. Vor einigen Wochen stand ich an besagtem Ort und fragte mich, was dieser versteckte Schalter bezweckt. – Bald schon wusste ich es: Kreischen, kichern und „was ist jetzt los?“-Ausrufe. Mittlerweile ist auch ein „Jule schon wieder, ey!“ dazugekommen.

Ich hab manchmal echt Spaß an dieser Schule. Wirklich :>.

Die Geschichte von der kleinen Fee

Musiktipp: In Extremo – Horizont

Vor etwas über zwei Jahren lag eine kleine Fee auf der Straße im Regen. Autos fuhren um sie herum, manchal fuhren sie dabei über ihre Flügel, die schon sehr eingerissen waren. Das Feechen weinte. Weiter weg lag etwas, das mal ein Eichhörnchen gewesen war. Die Autos hatten zu spät reagiert.

Aus dem Nichts kam jemand die Straße entlang auf die Fee zu und hob sie auf. Total nass und mit geschwollenen Augen sah sie ihren Finder an. „Ich bring dich nach Hause!“, sagte er und trocknete sie vorsichtig ab. Dann ging er los. Mit der Fee auf dem Arm. Der Regen hörte auf.

Sie waren schon eine ganze Weile gelaufen, als sich die Sonne hinter den Wolken hervortraute. Die Fee lächelte. So sicher hatte sie sich noch nie gefühlt. Alles würde wieder gut werden. Er erzählte ihr von seinem Leben und sie von ihrem.

Auf ihrem Weg gab es noch einige male Regen, aber der ging vorrüber und der Finder beschützte sie davor, nass zu werden. Sie merkte, dass ihre Flügel langsam wieder zu heilen begannen.

Das Ende der Straße, das Ziel, war noch nicht sichtbar, als wieder ein Schauer kam. Dieser Schauer dauerte länger als seine Vorgänger. Die Fee weinte. Sie wurde wieder ganz nass. Ohne Vorwarnung warf ihr Retter sie in einen Graben neben der Straße „Ich ertrage das nicht mehr!“, rief er ihr zu und ging alleine weiter…

Für K.

Meine Seele wurde gefickt

Musiktipp: L’Âme Immortelle – Auf Deinen Schwingen

Wieso fühlt es sich ständig so an, als ob das Leben grausam, kalt und ungerecht ist? – Weil es so ist! Im Leben gibt es Zufälle, die uns in bestimmte Situationen bringen und manchmal auch wieder herausholen. Dazu kommt unsere eigene Dummheit, die uns auch immer wieder in unschöne Situationen bringt. Und es gibt andere Menschen, die glauben etwas besser zu wissen. Wenn es von allem eine Überdosis gibt, nennt sich das Juls Leben.

An irgendeinem nichtbestimmbaren Punkt meines abartigen Lebens hat es einen Knick gegeben. So einen der nicht in Relation zu dem steht, was ein Mensch an Ungerechtigkeiten und Niederschlägen ertragen kann. Dieser Teil des Beitrags nennt sich Selbstmitleid. Und darin versinke ich gerade, weil ich es hier nicht mehr aushalte.

Beziehungsunfähig, weil ich n Psychoschaden hab, irreparable. Soziale Störung, Angst, in einem depressivem Loch ohne Boden, Freundelos und Freudlos, immerhin hab ich Freud, der aber auch schon seit Jahren überholt ist. Ich mag kotzen. Alles raus. Dieses ganze Chaos in mir. Meine Arme aufschneiden. Ich hasse alle Seelenficker dieser Welt. Alle leeren Versprechungen. Pädophilen Wichser. Alle selbtszweifelnden, Haarreiftragenden Mädchenrock-hörenden Kiddies. Alle ahnungslos Gläubigen dieser irren kranken Welt. Anzünden. Wegrennen. Brandstifter.

Verdammt seien alle Psychos

Hallo Rettet-die-Tropen-Frau, Sie sind lustig. Nur morgens da, wenn ich nicht da bin. Wie soll ich mir denn helfen lassen, wenn keiner da ist, um zu helfen? Es ist verdammt hart da anzurufen… Und dann so ne Nachricht von einer doofen Frau, deren Stimme so fröhlich klingt, als ob sie beim Zirkus arbeitet. Ich hasse es. Ich hasse dieses ganze Psychokram. Und ich mag tot sein. Jetzt.