Unordnung

Musiktipp: Audioslave – Hypnotize

Mein Teppich ist verschwunden. Darauf liegen ungefähr 30 Pullis, 25 Shirts, viel zu viele Röcke, 27 Hosen, 19,5 Socken, einige undefinierbare Kleidungsstücke, viel zu viel Unterwäsche, Zeitungen, Stifte, zwei bis drei Telefone, ein Stiefel und noch anderes Zeugs, das sich unter den bereits genannten Sachen versteckt. Noch weiter darunter werden neue Lebensforme vermutet. Heraus ragt ein Sofa, das sich unter einer Bettdecke und noch mehr Socken versteckt.

Weit weg steht ein kleiner Tisch auf dem ein leerer Joghurtbecher, noch mehr Stifte, ein Zeichenblock, eine Fernbedienung, 27 Feuerzeuge und Schokolade herumliegen.

Licht versucht durch mein dreckiges Fenster ins Zimmer zu kommen und sorg für eine Abenddämmerung-Stimmung.

Unter einem großen Berg Papier, der sich auf dem Schreibtisch befindet, lugt ein Notebook hervor, an dem ich diesen Beitrag schreibe. Umzingelt wird das Schauspiel von einigen Tassen in denen irgendwas Abartiges rumschwimmt.

Die Tür lässt sich gerade so weit öffnen, dass eine Kolonie Ameisen hindurch gehen kann. Verhindert wird diese Vorstellung aber von einem Schuh, der zusammen mit meinem Handy, einer Schere und einem Fläschchen Nagelöl den Weg versperrt.

Ja, bei mir ist es verdammt unordentlich. Alles wild durcheinander, nicht aufgeräumt, dreckig. Genauso fühle ich mich auch. Zum Glück kann ich das Chaos um mich herum durch selektive Wahrnemung ausblenden bis ich Lust habe es zubeseitigen. Mit meinem inneren Durcheinander geht das irgendwie nicht so leicht…

Zerbrochen

Musiktipp: Kill Hannah – Scream

Manchmal sitzt ich ganz harmlos hier, auf meinem Korbstuhl, und denke nach. Über mein Leben, über Dinge die passiert sind. Heute über die Frage „bin ich ein glücklicher Mensch?“, die ich leider mit einem nein beantworten muss.

Wann ist mein Leben schiefgelaufen? Wann hat es eigentlich angefangen so zu werden, wie es jetzt ist? Es ist nicht die Situation jetzt, die mich alles schwarz sehen lässt, es ist mein Leben, das so dunkel scheint.

Gründe dafür gibt es endlos viele. Deshalb kann ich auf diese Fragen auch keine Antwort finden. Neben dem normalen alltäglichen Wahnsinn wie Beziehungskrisen, Stress mit den Erzeugern oder mit Freunden, Schulproblemen und Zukunftsängsten tragen auch weniger alltagsverunstaltende Faktoren ihren Teil dazu bei. Depressionen, selbtverletztendes Verhalten und noch mehr Ängste. Angst, ja. Viel zu viel.

Selbstmitleid, das kann ich gut. Aber etwas dagegen tun. Ich bin 20 Jahre alt, ich sollte rausgehen und Spaß haben. Aber wie soll ich das bitte machen? Ständig geht’s mir dreckig. Grundlos. Manisch depressiv. Ständig aufpassen, was ich anziehe. Damit niemand meine Arme sieht. Und trotzdem hoffe ich, dass sie jemand sieht, damit irgendein Mensch merkt, dass ich nicht mehr kann, dass ich am Ende bin. Meine Erzeuger haben es gemerkt. Aber Hilfe kann ich von ihnen nicht annehmen.

Ich habe eine Therapie (als ich kurz vor der Zwangsweinweisung stand) angefangen und abgebrochen, ich habe versucht das Alles alleine zu regeln. Das versuche ich immer. Ich kann einfach keine Hilfe annehmen. Ich mache die Tür zu, schließe ab, damit mir bloß niemand helfen kann. Weine vor mich hin. Wünsche mir Hilfe, die ich nicht annehme und ärger mich über mich selbst. Darüber reden kann ich einfach nicht, „ich brauch Hilfe“ kommt nicht über meine spröden Lippen. Ich weiß nicht, wie oft ich mir schon anhören durfte, dass ich niemanden an mich heranlass. Es ändert sich einfach nichts. So gern würde ich mit jemandem drüber reden, es geht einfach nicht. Ich hasse mich dafür. Und das macht mich fertig. Ein weiteres Problem, das sich seinen Kollegen anschließt.

Schule, auch ein Thema für sich. Ich weiß, dass ich etwas machen muss. Es ist wichtig, weil mein Abschluss daran hängt. Aber ich tue es einfach nicht. Ich will anfangen und bin sofort unkonzentriert, oder ich fange gar nicht erst an. Liege da, sitze da, weiß es, aber es geht nicht. Es ist wichtig. Wieso mache ich es nicht? Ich kann es einfach nicht. Habe einige Klasuren deshalb versiebt und trotzdem wache ich einfach nicht auf.

Ich hasse mich, ich hasse mich so sehr. Dafür, für das Schneiden, dafür, dass ich nichts auf die Reihe kriege. Dafür, dass ich keine Beziehung auf die Reihe kriege… Ich weiß einfach nicht mehr weiter.

Jetzt sitze ich also hier und frage mich, wie es soweit gekommen ist. Finde keine klare Antwort. Hasse mich selbst. Schreibe diesen Beitrag, den ich morgen schon wieder bereuhe.

Wieso gibt’s eigentlich keinen Channel für Selbstmitleid. Son Dreck.

Ostern

Hallo Gott,

ich habe eben ganz viel Fleisch gegessen und davor herumgetanzt. Das werde ich über den ganzen Tag verteilt fortsetzen!

Es ist mir egal, ob sich wieder ein paar Irre auf irgendwelchen Inseln ans Kreuz nageln lassen. Das Nageln mache ich zwar auch, allerdings anders!

Es ist mir egal, dass gestern ab 12 Tanzverbot in den deutschen Diskotheken war und jetzt auch noch den ganzen Tag anhält. Ich drehe die Musik auf und wackel lasziv mit dem Arsch, dass der Teufel persönlich geil wird.

Also les das, du Versager! Du hast so viele Menschen getötet und lässt so viele Menschen leiden. Ich meine, wenn es einen Gott gäbe, – hallo? – dann wäre George wohl nicht zum Präsident gewählt worden, der elende Alkoholiker. Aber ich schweife ab :P.

Frohe Ostern, Kinder! Viel Spaß beim Essen.

EDIT: Es soll Menschen geben, die sich über die Rechtschreib- und Tippfehler in diesem hochintellektuellen Beitrag beschwert haben, deshalb wurden diese nach bestem Wissen eliminiert (editiert :P).