Wein-Nachten

Weihnachten. Der Tag der guten Laune, des Essens, der Vergebung.

Noch im Halbschlaf stand ich auf, zwang mich unter die Dusche und zog mich an, immer noch sehr müde, ging ich die Treppe herunter, wo ich auch gleich von dieser achso guten Laune empfangen wurde. Fünf Minuten später gab es den ersten Streit, beim Mittagessen den dritten.

Der zweite ereignete sich beim Schmücken des Weihnachtsbaumes, bei dem ich vorerst alleingelassen wurde, während ich die Bitten meiner kleinen Schwester vernahm, die sehr viele Geschenke forderten. Irgendwann hing eine lieblose Lichterkette, ein paar Kugeln und häßliche Strohsterne an dem nadelnden Teil.

Nachdem ich mich nach dem Mittagessen in mein Zimmer verzogen hatte um die letzten Geschenke einzupacken, wurde es ruhig. Meine Familie schien sich entschieden zu haben, wieder gute Laune und heile Welt zu spielen, der Grund, wegen dem ich mich beim Essen entschuldigt hatte und nach oben gegangen war.

Gegen 18:00 Uhr wird der Kirchgang folgen, weitere Streitigkeiten, gezwungenes Lächeln. Kommentare zu falschen Geschenken, DigiCams werden herunter geworfen werden, es wird geweint werden und geschrien und Türen werden geknallt werden.

Zudem allem noch die Reden in der Kirche, bei dem man aufpassen muss nicht loszulachen oder eine Diskussion über die Fragwürdigkeit, der dort getroffenen Aussagen anzuzetteln. Ich hasse Weihnachten.

An anderen Tagen ist der Streit wenigstens normal und niemand muss so tun, als sei er perfekt. Alle Jahre wieder…